Virtuelle Darmspiegelung

Die virtuelle Darmspiegelung ist eine „Darmspiegelung von außen". Mit Hilfe eines Computertomographen (CT) werden Schichtaufnahmen vom Bauchraum erstellt, die mit einem 3D-Computerprogramm in ein räumliches Bild vom Darm umgewandelt werden. Wie bei der optischen Darmspiegelung werden diese Bilder auf einen Monitor übertragen, sodass der Arzt die Darmwand auf Veränderungen untersuchen kann.

Vorgehensweise: Auch bei der virtuellen Darmspiegelung muss der Darm zuvor  komplett gereinigt werden. Bevor die Schichtaufnahmen angefertigt werden, wird die Darmwand durch Einleiten von Luft geglättet. Die Schichtaufnahmen selbst dauern lediglich 20 Sekunden. Wesentlich länger dauert hingegen die Bildanalyse, die der Arzt im Anschluss am Bildschirm durchführt, um evtl. vorhandene Polypen zu erkennen.

Vorteile: Bei der virtuellen Darmspiegelung wird kein Instrument in den After eingeführt und es ist auch keine Sedierung notwendig. Für die Patienten hat dies den Vorteil, dass sie im Anschluss voll arbeitsfähig und fahrtüchtig sind.

Nachteile: Der Computertomograph erkennt zwar zuverlässig Polypen >1 cm, kann aber weder sehr kleine Polypen noch flach auf der Darmwand aufliegende oder in die Darmwand eingesenkte Polypen darstellen, die oft besonders aggressiv wachsen.

D. h. diese werden nicht erkannt. Werden Polypen entdeckt, muss im Anschluss zusätzlich eine optische Darmspiegelung durchgeführt werden, um sie zu entfernen. Die neuen CTs haben zwar eine verringerte Strahlenbelastung, aber eine solche ist dennoch vorhanden.

Kosten: Eine virtuelle Darmspiegelung wird beim Radiologen durchgeführt. Sie kostet ca. 800 Euro, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.  Private Versicherungen sind hingegen zum großen Teil zur Übernahme der Kosten bereit.