Wir bedanken uns bei allen Bewerbern für Ihr Vertrauen und das wunderbare Engagement gegen Darmkrebs!

Medizin und Wissenschaft 2017

 “The Nordic-European Initiative on Colorectal Cancer (NordICC)”

Prof. Michael Bretthauer – Oslo University Hospital, Dr. Michał Kamiński - Maria Sklodowka-Curie Memorial Cancer Centre Institute of Oncology, Prof. Ernst Kuipers – Erasmus MC University, Dr. Mette Kalager – University of Oslo

Die NordICC führt eine randomisierte und kontrollierte Studie durch, die den Einfluss der Koloskopie auf die Darmkrebsinzidenz und die Mortalität untersuchen sowie Sicherheitsdaten liefern soll. Damit könnte die Studie den Stellenwert der Vorsorgekoloskopie durch bestmögliche Evidenz untermauern. Die Rekrutierung ist mittlerweile abgeschlossen, die Nachbeobachtungszeit beträgt 15 Jahre. Die bisherigen Ergebnisse zur Sicherheit zeigen unter anderem, dass die Koloskopie in den Händen versierter Untersucher ein sehr sicheres Verfahren ist.

 

 „Das angeborene Immunsystem als Therapie gegen metastasierten Darmkrebs: HIV-Medikament aktiviert Makrophagen“

Dr. med. Niels Halama und Dr. phil. Nat. Inka Zoernig - Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Heidelberg, Prof. Dr. Dirk Jäger - Universitätsklinikum Heidelberg, Prof. Dr. rer. nat. Christine Falk – Medizinische Hochschule Hannover

Die Arbeitsgruppe untersuchte, warum Darmkrebsmetastasen in der Leber so schlecht auf Chemotherapeutika ansprechen. In aufwändigen Studien zeigten die Forscher, dass dabei von den Tumoren ausgehende immunmodulatorische Prozesse eine zentrale Rolle spielen. Weiter gelang es, diese Prozesse in einem Modellsystem – später auch bei Patienten – medikamentös zu beeinflussen und so die Tumorlast zu reduzieren. Damit haben die Forscher einen neuen pathogenetischen Mechanismus identifiziert und daraus einen therapeutischen Ansatz entwickelt.

 

“The Road to Success of the Dutch National Colorectal Cancer Screening Programme”

PhD Iris Lansdorp-Vogelaar – Erasmus MC Rotterdam, MD PhD Ernst Kuipers – Erasmus MC Rotterdam, MD PhD Evelien Dekker – AMC Amsterdam, MD PhD Manon Spaander – Erasmus MC Rotterdam

Nach zehnjähriger Vorbereitungszeit durch die Erasmus MC University in Rotterdam hat die Regierung der Niederlande 2014 ein Programm zum Darmkrebs-Screening initiiert. Die Umsetzung basiert auf zahlreichen Studien, sodass das Alter der Screening-Population, der Stuhltest, der Grenzwert für die Überweisung zur Koloskopie und das Intervall bis zur neuerlichen Testung evidenzbasiert festgelegt werden konnten. Das Programm erwies sich bereits nach kurzer Zeit als großartiger Erfolg und kann vielen weiteren Ländern als Best-practice-Beispiel dienen.

Engagement des Jahres 2017

„Die WUNDERBARE WELT des Cornel Wachter - WACHTER & FREUNDE FÜR DIE DARMKREBSVORSORGE“

Cornel Wachter - freischaffender Künstler, Timo Belger - selbstständiger Kommunikationsdesigner

Cornel Wachter ist ein deutscher Künstler, der 2010 selbst an Darmkrebs erkrankte und später mit enormem Engagement eine Aufklärungskampagne initiierte. Der Kommunikationsdesigner Timo Belger unterstützt ihn dabei. Ziel der Kampagne ist es, das Thema Darmkrebs zum Stadtgespräch in Köln zu machen. Dies erreichten die Initiatoren mit einem umfangreichen Medienmix und hervorragenden Inhalten sowie Kooperationen mit zahlreichen Prominenten aus der Region. Eine Fortsetzung der Aktion 2017 ist geplant, dann auch mit einer gesonderten Ansprache von Migranten.

 

Integratives Darmzentrum Bonn / Rhein-Sieg e.V. (IDZB): „Gemeinsam gegen Darmkrebs - Vorsorge rettet Leben“

PD Dr. med. Christoph Schmidt, Prof. Berthold Schneider, Prof. Dr. med. Andreas Türler

Das IDZB ist ein Zusammenschluss regionaler Kliniken, Gastroenterologen, Onkologen, Chirurgen und weiterer Partner mit dem Ziel, eine optimale Darmkrebsbehandlung anzubieten. Entsprechend viele Mitwirkende konnte das IDZB für seine Informationskampagne gewinnen. Begleitende Aktionen von Krankenkassen und Betrieben, eine intensive Pressearbeit und ein Auftritt der Kultband Höhner sicherten eine hohe Reichweite. Zudem war die Zahl der Vorsorgekoloskopien im Quartal nach der Kampagne um 20 % höher als im Vergleichsquartal des Vorjahres.

 

pharmaSuisse – Schweizerischer Apothekerverband: „50plus: Dann direkt zur Darmkrebs-Vorsorge!“

Daniela Stebler, Markus Gasteiger, Martine Ruggli

Die pharmaSuisse-Apotheken in der Schweiz engagieren sich regelmäßig für Prävention und Gesundheitsförderung der Bevölkerung, im Jahr 2016 bildete die Darmkrebsvorsorge den Schwerpunkt. Gestützt durch Kommunikation in Print-, Online- und Rundfunkmedien boten die Apotheken für Interessierte ab 50 Jahren Informationen rund um die Darmkrebsvorsorge an, erfassten Risikokonstellationen und gaben einen Stuhltest aus oder empfahlen eine Koloskopie. Die Kampagne erzielte eine hohe Breitenwirkung und führte dazu, dass 24.000 Personen einen Stuhltest machten.

Betriebliche Prävention 2017

Konzerne

ESWE Verkehrsgesellschaft mbH: „Darmkrebsvorsorge-Woche ESWE Verkehr“

Frank Gäfgen, Felix Farrenkopf, Prof. Dr. med. Richard Raedsch

Das Unternehmen ist für den öffentlichen Nahverkehr in Wiesbaden zuständig. Ziel dieser erstmaligen Aktion war es, die Mitarbeiter für das Thema Darmkrebs zu sensibilisieren und über die Vorsorgemöglichkeiten aufzuklären. Dazu erhielten alle Mitarbeiter die Möglichkeit, einen immunologischen Stuhltest durchzuführen. Geschäftsführung und Betriebsarzt waren engmaschig eingebunden, ebenso die Gastroenterologie eines örtlichen Klinikums. Trotz des hohen Männeranteils in der Belegschaft wurden beachtliche Teilnahme- und Rücklaufquoten erreicht.

 

Olympus Europa SE & Co. KG: „Olympus Darmkrebsaktion – Eine Initiative, die Leben rettet”

Holger Schultka, Karsten Bonnhoff, Prof. Dr. Friedrich Hagenmüller

Das Technologieunternehmen hat in Deutschland mehrere Standorte und richtete die Aktion an alle Mitarbeiter einschließlich des Außendienstes. Die Darmkrebsaktion mit immunologischem Stuhltest und Koloskopie wurde bereits zum dritten Mal durchgeführt und sehr professionell konzipiert und umgesetzt. Eine umfassende Kommunikation, begleitende Aktionen, Kooperationen mit externen Experten und die Berücksichtigung spezieller Risikokonstellationen zählen zu den herausragenden Elementen. Olympus plant, die Aktion dauerhaft fortzusetzen. 

 

SCHOTT AG: „Gesundheitstage: Darmgesundheit-für ein gutes Bauchgefühl“

Dr. med. Margit Emmerich, Birgit Mörer, Bernhard Gilch, Dagmar Rübsam

Das Technologieunternehmen unterhält in Deutschland sechs Standorte, die 2016 gemeinsam eine Aktion zur Darmgesundheit durchführten. Ziel der Aktion war es, die Mitarbeiter der Schott AG und von nahestehenden Fremdfirmen zum Thema Darmkrebs zu informieren und zur Teilnahme an einem immunologischen Stuhltest zu motivieren. Dazu bauten die Initiatoren auf zahlreiche Informationsveranstaltungen und wurden unter anderem durch die BKK advita unterstützt. Die Aktion zeichnet sich u.a. durch ein umfangreiches Maßnahmen-Paket aus.

 

KMU

Verbandsgemeindeverwaltung Asbach: „Die Darmkrebsfrüherkennung – eine Investition in die Gesundheit“

Maria Ewens, Lothar Röser, Edmund Salz, Andrea Anger

Die für die Ortsgemeinden Asbach, Buchholz, Neustadt (Wied) und Windhagen zuständige Verwaltung führte 2016 erstmals eine Darmkrebsfrüherkennung durch. Das Angebot richtete sich unabhängig vom Alter an alle Mitarbeiter der angeschlossenen Betriebe, an deren Ehepartner sowie an Betreuungskräfte der Grundschulen und Mitglieder der Feuerwehr. Die Initiatoren wollen das Angebot in zweijährigen Abständen wiederholen.

 

Neumarkter Lammsbräu, Gebr. Ehrnsperger KG: „Darmkrebsvorsorgeleistungen im Rahmen des Gesundheitsprogramms“

Melanie Rothenwolle, Silvia Ohms

Die Brauerei startete die Initiative mit dem Ziel, ein nachhaltiges Gesundheitsbewusstsein unter den Mitarbeitern zu wecken, die Krankheitsquote durch Präventionsmaßnahmen zu senken und Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen zu binden. Die Information zur Darmkrebsfrüherkennung mit einem immunologischen Stuhltest erfolgte auf verschiedenen Kanälen sowie durch flankierende Aktionen. Die Aktion wurde durch die Geschäftsleitung unterstützt und zeichnet sich außerdem durch ein Anreizsystem aus.

Preisträger Felix Burda Award 2016

RÜCKBLICK: Felix Burda Award 2016 - Die Nominierten

Medizin & Wissenschaft 2016

„Validierung des Fragebogens des Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. zum familiären und hereditären Darmkrebsrisiko“: Prof Dr. Andrea Siebenhofer-Kroitzsch (Goethe-Universität Frankfurt), Jasper Plath, M.Sc. (Deutsches Krebsforschungszentrum), Dr. Insa Koné (Goethe-Universität Frankfurt), Sylvia Schulz-Rothe (Goethe-Universität Frankfurt)

Bislang existiert kein flächendeckendes, deutschlandweites Programm, in dem die Identifizierung von Personen mit einem familiär erhöhten Risiko für Darmkrebs berücksichtigt wird. Das Projekt ist Teil der Studie FRIDA.Frankfurt und zeigt erstmals, dass mithilfe des Fragebogens eine valide Einschätzung des familiären Darmkrebsrisikos in der Hausarztpraxis möglich ist.

 

„Mikrobielle Biomarker zur Früherkennung von Dickdarmkrebs“: Prof. Dr. Peer Bork, Dr. Georg Zeller, Dr. Anita Voigt und Jessica Oberheim (European Molecular Biology Laboratory)

Das Team am EMBL in Heidelberg erforscht die Entwicklung eines bakterienbasierten Ansatzes für einen neuen Stuhltest zur Früherkennung von Darmkrebs. Mithilfe modernster Metagenomik haben die Wissenschaftler genaue Assoziationen des Darmmikrobioms mit Darmkrebs, insbesondere in frühen Stadien, ermittelt. Bestimmte Bakterienkonstellationen könnten damit als Warnsignal für Darmkrebs dienen.

 

„Monozyten zur Früherkennung des Kolorektalkarzinoms“: Dr. Alexander Hamm (Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg), Prof. Massimiliano Mazzone (VIB Vesalius Research Center, Leuven), Prof. Hans Prenen (GI Oncology / University Hospital Leuven)

Auf Basis der Wechselwirkung zwischen Darmtumoren und bestimmten Zellen im Blut verfolgt die Forschungsgruppe die Entwicklung eines blutbasierten Früherkennungstest für Darmkrebs. Dabei konnten erstmals spezifische Reaktionen der Monozyten (Zellen des Immunsystems) nachgewiesen werden, die vom Tumor durch ausgesandte lösliche Botenstoffe verursacht werden. Diese genetischen Veränderungen der Monozyten im Blut könnten als Marker zur Diagnose von Darmkrebs dienen.

Engagement des Jahres 2016

„Dahoam is Dahoam“: Daniela Boehm (BR Fernsehen), Georg Rettenbeck (BR Fernsehen), Bernhard Ulrich (Schauspieler), Silke Popp (Schauspielerin)

Das gesellschaftsrelevante Thema Darmkrebsvorsorge wurde über sechs Folgen á 30 Minuten realistisch und sensibel in der täglichen Vorabendserie „Dahoam is Dahoam“ bespielt. Die Serie ist mit rund 1600 Folgen, einem durchschnittlichen Marktanteil von 3,6% und über 1 Mio. Zuschauern pro Folge das Erfolgsformat des Bayerischen Fernsehens. Erzählt werden die Geschichten eines fiktiven bayerischen Ortes und seiner Bewohner in mundartlich gefärbten Dialogen.

 

„Die ExtraDosis Darmkrebsvorsorge für Sachsen“: Prof. Dr. D. Michael Albrecht (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden), Prof. Dr. Jochen Hampe (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden), PD Dr. Gerhard Heptner (Landesgruppe Sachsen des Berufsverbandes der Niedergelassenen Gastroenterologen Deutschlands e. V), Dirk Popp (Ketchum Pleon)

An dem normalerweise geschlossenen Mittwoch Nachmittag haben 33 vorsorgeberechtigte Praxen aus ganz Sachsen eine „ExtraDosis“ – sprich 244 zusätzliche Koloskopien angeboten. Über eine eigens installierte Hotline konnten die Interessenten unkompliziert einen Termin vereinbaren. Innerhalb von zwei Tagen war die komplette „ExtraDosis“ vergeben. In 97 Fällen wurden Polypen abgetragen, davon waren neun high-grade Polypen und drei mit Verdacht auf ein Karzinom.

 

Facebook-Gruppe „Darmkrebs geht uns alle an“: Daniela Romano, Peter Kirschke, Yvonne Bauer, Susanne Peters, Jörg Gundelach

Im Februar 2011 gründete Daniela Romano nach dem Darmkrebstod  ihres Vaters diese facebook-Gruppe. Mittlerweile betreuen 5 ehrenamtliche Administratoren – vier davon sind selbst an Darmkrebs erkrankt – die auf rund 1170 Mitglieder angewachsene geschlossene Gruppe. Die Mitglieder – Betroffene und Angehörige - helfen sich gegenseitig, bieten Rat und Trost und  Gesprächspartner. Fachärzte in der Gruppe stehen stets für medizinische Fragen zur Verfügung.

Betriebliche Prävention 2016

Audi AG: „Krebs aktiv begegnen“ (Dr. Matthias Finell, Dr. Eva-Maria Dienstdorf, Dr. Ute Heinrich, Dr. Horst Mann)

Die Darmkrebsprävention ist seit zehn Jahren fester Bestandteil des konzernweiten Audi Check ups, den ca. 90 Prozent der Belegschaft in Anspruch nehmen. Zusätzlich zum regelmäßigen Angebot des immunologischen Stuhltests für alle Mitarbeiter ab 45 Jahren wurde im Rahmen der Aktion „Krebs aktiv begegnen“ intensiv über primäre, sekundäre und tertiäre Präventionsmöglichkeiten aufgeklärt. Die Aktion zeichnet sich durch eine besonders starke Nachhaltigkeit aus.

 

ExxonMobil Central Europe Holding GmbH: „Darmgesundheit im Mittelpunkt des Körpers” (Dr. Helena Auber, Regina Jordan, Birgit Pieper, Susanne Wenzel)

ExxonMobil hat an neun deutschlandweiten Standorten allen Mitarbeitern kostenlos einen immunologischen Stuhltest angeboten und dabei gezielt auch über Risikogruppen informiert. Die starke Einbindung der Betriebsärzte und des Managements zählen zu den Erfolgsfaktoren des Programms. Besonders die sehr hohe Teilnahme- und Rücklaufquote zeichnen dieses Projekt aus.

 

Universitätsklinikum Freiburg und Universität Freiburg: „Darmkrebsfrüherkennung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Freiburg, der Universitätsklinik und des Universitätsherzzentrum Freiburg - Bad Krozingen“ (Dr. Jürgen Pietsch, Birte Janson, Prof. Dr. Robert Thimme, PD Dr. Hannes Neeff)

Mit dem Angebot der Darmkrebsvorsorge an allen Unternehmensstandorten und dem Einsatz des Betriebsarztes für die Versorgung der positiv getesteten Mitarbeiter hat das Projekt Vorbildcharakter für andere Klinikzentren in Deutschland. Verschiedene Fachabteilungen wurden in der Vorbereitung eingebunden. Das Projekt konnte eine sehr gute Rücklaufquote von 49% generieren.